Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) und Diplom-Biologe Heiko Blessin geben Tipps zu Fischhaltung

Gartenteiche sind im Trend! Im 2020 legten rund 200.000 Gartenbesitzer einen Teich auf ihrem Außengelände an; insgesamt gibt es in Deutschland 1,4 Millionen Gartenteiche mit Zierfischen. Um lange Freude daran zu haben, braucht der Gärtner ein Basiswissen über die nötige Wasserqualität und die Biologie der Fische. Wenn in den Gartenteich Fische gesetzt werden sollen, empfiehlt sich die Beratung des Zoofachhandels in Anspruch zu nehmen. Es gibt auch im Internet Infos zum Anlegen von Teichen, diese widersprechen sich aber teilweise. Knackpunkte sind die Frage der Teichgröße und der Wassermenge pro Fisch sowie Details zu Wasserqualität und Fütterung. 

Bildquelle: fotolila – © Natalie Board

“Fische kann ich schon in einem kleinen Teich ab 200 Litern halten”, erklärt der Diplom-Biologe Blessin. “Natürlich keine fünf ausgewachsenen Kois, sondern geeignete Kleinfischarten.” Entscheidend sei nicht nur die Wassermenge, sondern ebenso ein gutes Filtersystem. Von Faustregeln wie “pro 1.000 Liter 30 Zentimeter Fisch” hält er nicht viel und erläutert die Gründe: “Für kleine Teiche eignen sich eher klein bleibende Fischarten wie Moderlieschen oder Elritze.” Generell seien für Anfänger aber große Wassermengen einfacher zu handhaben: Sie verzeihen auch mal kleinere Fehler. 

Ein Gartenteich braucht mindestens 80 Zentimeter Tiefe, wenn Fische dauerhaft darin leben sollen. In sehr kalten Regionen ist sogar eine Tiefe von 150 Zentimetern nötig. So kann man sicher sein, dass der Teich im Winter nicht bis zum Grund durchfriert, im Sommer die Wassertemperatur am Boden des Teiches niedriger bleibt und die Temperaturen während einiger heißer Tage nicht so schnell ansteigen. In den Sommermonaten ist es wichtig, dass die Wasseroberfläche nicht komplett von der Sonne bestrahlt wird – sonst heizt sich das Wasser zu sehr auf. Zum Bepflanzen empfiehlt der Experte neben der Seerose Hornkraut, das ohne Bodenkontakt wachsen kann und gut für die Wasserqualität ist. 

Der Wind spült Pflanzenteile ins Wasser, Laub sammelt sich am Grund, es regnet hinein: Ein Gartenteich ist ein offenes System. Sofort findet die “biologische Animpfung” statt und Bakterien gelangen ins Wasser, was gut ist. Der neu eingebaute Wasserfilter ist zunächst steril. “Es ist wichtig für die Wasserqualität, Starterbakterien in den Filter zu geben, die den Filter besiedeln”, rät Heiko Blessin. Manche Filter haben vorgeschaltete UV-C-Wasserklärer, die für den ersten Monat abgeschaltet werden sollten, denn sie verhindern sonst die Bakterienbesiedelung des Filters. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass der 

UV-C Wasserklärer einzeln zuschaltbar ist. Nach etwa einem Monat sind genug Bakterien im Filter und der Wasserklärer kann zugeschaltet werden, um gegen Algen und ein Zuviel an Bakterien zu wirken. 

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Gerade für Anfänger ist das Testen der Wasserqualität wichtig: Einmal in der Woche misst man die Karbonathärte sowie den pH-Wert einmal morgens früh und abends spät. Das Regenwasser verdünnt das Teichwasser und so wird der Mineraliengehalt, die so genannte Wasserhärte, geringer: Sie ist aber Garant dafür, dass der pH-Wert im Teichwasser nicht zu stark schwankt und das wiederum ist für die Gesundheit der Fische elementar. Außerdem ist es wichtig, regelmäßig den Ammonium- und Nitritgehalt im Teich zu bestimmen. Beide Werte sollten möglichst niedrig bleiben, sonst kann den Fischen Gefahr drohen. “Wem das Testen zu kompliziert erscheint, der kann auch regelmäßig eine Wasserprobe im örtlichen Zoofachhandel abgeben, um diese dort testen zu lassen. Viele Zoofachhandlungen und -ketten bieten das Testen gegen eine geringe Gebühr oder kostenlos an”, erklärt Blessin. 

“Die Ursachen für eine abnehmende Wasserqualität sind meist schnell zu finden”, so der Fachmann. “Zu viele Fische, zu viel Futter, zu kleine Filter, zu wenig Wasser.” Er empfiehlt deshalb, schon beim Anlegen des Teiches auf diese Parameter zu achten und dann beim Füttern aufmerksam zu sein. “Fische haben immer Hunger”, sagt Blessin. Es sei nicht sinnvoll, sie “nach Bedarf”, also wenn sie betteln, zu füttern. Besser sei eine regelmäßige Fütterung zweimal täglich mit einer begrenzten Menge. “Die Fische sollten interessiert herbeischwimmen, wenn das Futter im Teich ist und es innerhalb von drei Minuten aufgefressen haben.” Es empfiehlt sich, die Tiere genau zu beobachten. Wer aufmerksam für seine Fische bleibt, lernt ihre Bedürfnisse kennen und kann dafür sorgen, dass sie gesund und munter bleiben – wie der sprichwörtliche Fisch im Wasser.

Quelle: Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (sw)

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