Der Minimalismus begleitet das Interieur Design bereits viele Jahre. Damit soll jetzt Schluss sein. Nur zwei Buchstaben Unterschied verleihen dem großen Ganzen einen völlig neue Wirkungsweise – von kleinkariert und zurückhaltend zu schrill und überladen. Während die vergangenen Jahrzehnte von der minimalistischen Bauhaus-Strenge und puristischen Interieur-Trends geprägt waren, geben derzeit bunte und schillernde Farben in den Möbelhäusern und Online-Shops den Ton an. Knallbunt bemaltes Geschirr reiht sich gern einmal an gestreifte oder karierte Beistelltische, umgeben von überhäuften Velourssofas. Alle diese extravaganten Möbelstücke haben eines gemeinsam: Sie kommen nur in der Masse auf vollkommene Weise zur Geltung.

Die Engländer brachten den Maximalismus nach Europa

Die wichtigen Impulse beim opulenten Einrichten setzten die detailverliebten Engländer.  Sie verfolgen seit Jahrhunderten einen detailverliebten Einrichtungsstil, ein Erbe aus der viktorianischen Ära. Einige der pompös ausgestatteten Tea Rooms überdauerten die Zeit und erfreuen noch heute mit ihrer behaglich-glamourösen Atmosphäre. Solch ein Ambiente dient vor allem einem Sinn und Zweck: Es soll gut Laune verbreiten und dem Winterblues entgegenwirken. Je schriller und unvereinbarer die Einrichtung, umso besser kommen die schillernden Möbelstücke gemeinsam mit auffälligen Accessoires zur Geltung.

Große Label wie IKEA und H&M machen den extravaganten Einrichtungssstil der breiten Masse zugänglich

Dass Geiz in Bezug auf die Einrichtung alles andere als erstrebenswert ist, haben jüngst auch die engagierten Designer von H&M oder IKEA erkannt. Sie schließen sich der vorherrschenden Divise an und entwerfen in Kooperation mit anderen Partnern kunterbunte, verspielte oder burleske Accessoires für jedermann. Die Fantasie kennt hierbei keine Grenzen, und sei es, um einem Totenschädelübertopf die Form eines Pudels zu verleihen. Anstelle des schnörkellosen Purismus tritt eine Welle aus explosionsartigen Gefühlen, die positiver oder negativer Art sein können. Es wird in Kauf genommen oder gar gewollt, den Betrachter zu provozieren oder zu verstören, mindestens jedoch seinen Blick hypnotisch einzufangen. Die Dekorationsgegenstände aus dem Hause H&M gehen sogar noch einen Schritt weiter: der Linie des Maximalismus folgend, zieren Menschen, Tiere oder sogar Gemüsepflanzen die stilechten Accessoires.

Bildquelle: fotolia – © alphaspiri

Maximalismus tritt Minderwertigkeitsgefühlen entgegen

Über die philosophische Bedeutung des Maximalismus kursieren ebenso viele Vermutungen wie zu anderen Einrichtungsstilen dieser Art. Eine ungewöhnliche, wenngleich durchaus interessante These stellte das französische Magazin „Marie Claire Maiso“ auf.  Es sieht in dem totalen Gegensatz des maximalistischen Stils – dem puristischen Trend – ein durch die Gesellschaft auferlegtes Ordnungsdiktat. Der Maximalismus sei einer der wenigen Interieur-Stile, der offen für jeden ist, der bereit ist, mitzumischen. Die Vorreiter verstünden sich dem hingegen nicht als abgehobene Stilikonen, sie verleihen vielmehr ihrer selbst kreativ Ausdruck. Die Macher, welche sich in knallbunten Sofas räkeln oder zwischen aus allen Nähten platzenden Bücherregalen umherirren, stellen vielmehr ein sympathisches Chaos zur Schau: Unaufgeräumt, bunt gemischt wie das Leben und somit menschlich. Darum geht es dem Maximalismus: Individualist zu sein, zu seinen Ecken und Kanten zu stehen – und diese gern und ohne Scham der ganzen Welt stilbewusst auf dem Silbertablett zu präsentieren.

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