Das Glas Bier, der Liter Benzin, die Kilowattstunde Strom – in den letzten 20 Jahren ist alles teurer geworden. Oder stimmt das gar nicht? Die aktuelle Verivox-Studie zeigt, wie sich die Kosten für 12 alltägliche Verträge und Konsumgüter im 20-Jahres-Vergleich entwickelt haben.

1999–2019: Finanzielle Belastung ist gestiegen

Für acht Alltagsprodukte müssen Verbraucher oft erheblich tiefer in die Tasche greifen als vor 20 Jahren. Auch gestiegene Löhne können die meisten Preissteigerungen kaum ausgleichen. Sparen können Verbraucher dort, wo der Wettbewerb funktioniert und sich Angebote vergleichen lassen. „Wettbewerb herrscht nicht nur im Supermarkt, sondern auch bei zahlreichen Tarifen des Alltags“, sagt Martin Betzwieser, Geschäftsführer der Verivox GmbH. „Vergleichsportale sorgen hier für die nötige Transparenz und stärken damit die Marktmacht der Verbraucher, die ihre monatlichen Fixkosten mit wenigen Klicks deutlich senken können.“

Strompreise sind auf Rekordniveau

Strom ist ein wahrhaft teures Gut geworden und hat sich im Vergleich zu 1999 um 78 Prozent verteuert. Der Strompreis ist heute so hoch wie nie zuvor: Derzeit kostet eine Kilowattstunde Strom 29,47 Cent, im Jahr 1999 waren es noch 16,53 Cent. Der höhere Strompreis ist vor allem im politischen Kontext zu sehen: Hauptgrund sind gestiegene Steuern, Abgaben und Umlagen. Allein Ökostromumlage und Netzentgelte machen heute 53 Prozent des Strompreises aus.

Heizöl mit der höchsten Teuerung im Vergleich

Noch deutlich stärker sind die Preise für Heizöl gestiegen. Während ein Haushalt 1999 26,41 Cent für einen Liter auf den Tisch legen musste, sind es heute bereits 67,69 Cent. Damit hat sich Heizöl auf 20-Jahres-Sicht um 156 Prozent verteuert. Allerdings unterliegen die Heizölpreise zum Teil sehr starken Schwankungen. So reagiert der Preis beispielsweise auf den Dollarkurs, das Börsengeschehen oder die politische Lage.

DSL & Festnetz: Mehr Leistung für viel weniger Geld

Bei Internetanschlüssen profitieren Verbraucher im Jahr 2019 von deutlich schnelleren Datenverbindungen und Flatrates für Telefonie und Internetnutzung. Heute kostet ein DSL-Kombitarif der Telekom mit 50 Megabit pro Sekunde 39,95 Euro im Monat. Vor 20 Jahren belastete ein Tarif mit lediglich 100 Inklusivstunden den Geldbeutel mit umgerechnet 125,97 Euro. Der damalige Speed: maximal 768 Kilobit pro Sekunde – also nicht mal ein Megabit.

Telefonminute über 80 Prozent günstiger

Massiv gesunken sind in 20 Jahren auch die Minutenpreise beim Telefonieren. 1999 gab es noch verschiedene Tarifzeiten; besonders teuer waren Gespräche tagsüber an Werktagen. 18,36 Cent zahlten Kunden in einem Telekom-Standardtarif vor 20 Jahren pro Minute im Festnetz dafür. Heute gilt ein Tarif von 2,9 Cent rund um die Uhr – wenn Festnetzgespräche nicht sogar im Rahmen einer Flatrate inklusive sind. Auch im Mobilfunk hat sich die Kostenstruktur massiv verändert: In einem Telekom-Prepaidtarif zahlten Kunden 1999 pro Minute 50,49 Cent – heute sind es 9 Cent.

Kfz-Versicherung: Verbraucherfreundlichere Tarife

Eine durchschnittliche Jahresprämie für die Kfz-Haftpflicht ist heute lediglich 19 Euro im Jahr teurer als 1999. Dafür haben die Versicherer bei den Leistungen in Haftpflicht und Kasko deutlich nachgebessert. Das gilt für Leistungen wie die Mallorca-Police, die höhere Neuwertentschädigung und der Einschluss grober Fahrlässigkeit. Die Einschätzung der Verivox-Experten: Was früher ein Highlight war, ist heute Standard. 

Kreditzinsen weiter historisch niedrig

Die Kosten für einen Kredit mit vier Jahren Laufzeit sind in den letzten 20 Jahren um 41 Prozent gesunken. Für ein durchschnittliches Darlehen in Höhe von 13.500 Euro werden im Jahr 2019 Zinsen in Höhe von 1.660 Euro fällig, 1999 waren es noch 2.824 Euro. Zudem haben sich die Verbraucherrechte von Ratenkreditnehmern verbessert: Sie können einen laufenden Kredit heute jederzeit kündigen und zurückzahlen. Entschädigungen für entgangene Zinseinnahmen sind bei maximal 1 Prozent der Restschuld gedeckelt. So können Kreditnehmer heute einfacher von sinkenden Zinsen profitieren und ihr bestehendes Darlehen auf einen neuen Kredit mit niedrigeren Zinsen umschulden.

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Krankenversicherung: Höherer Arbeitnehmeranteil

Der durchschnittliche Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung lag 1999 bei 13,6 Prozent. Aktuell sind es 15,5 Prozent und im Dezember droht der nächste Anstieg. Da Krankenkassenbeiträge an die Lohnentwicklung gekoppelt sind und die Löhne ebenfalls stiegen, ist der Arbeitnehmeranteil heute 62 Prozent höher als vor 20 Jahren. Zudem stiegen etliche Zuzahlungen, zum Beispiel für Arzneien, Heil- und Hilfsmittel sowie Zahnersatz.

Benzin: Tanken auf hohem Preisniveau

68 Prozent Preissteigerung ist in 20 Jahren beim Liter Superbenzin zu verzeichnen. 1999 zahlten Verbraucher für einen Liter 86,08 Cent, im August 2019 lag der Durchschnittspreis bei 144,80 Cent. Nach einem kurzen Preistief im Jahr 2016 stiegen die Preise zuletzt wieder deutlich an – Unsicherheiten und Schwankungen am Rohölmarkt sind der wichtigste Grund dafür.

Bier und Zigaretten: Mehr als doppelt so teuer

Um 101 Prozent teurer geworden ist eine Maß Bier auf dem Münchner Oktoberfest. 1999 zahlen die Wiesn-Besucher umgerechnet 5,74 Euro, in diesem Jahr wurden im Schnitt 11,54 Euro fällig. Eine Packung Zigaretten verteuerte sich im 20-Jahres-Vergleich sogar um 109 Prozent. 1999 kostet eine Packung der Marke Marlboro umgerechnet 2,97 Euro, heute zahlen Raucher 5,70 Euro dafür. Hintergrund sind unter anderem Anhebungen bei der Tabaksteuer. 

Eis am Stiel über 70 Prozent verteuert

Auch manche Süßigkeiten verzeichnen merkliche Preiserhöhungen im 20-Jahres-Zeitraum. Zum Beispiel verteuerte sich ein Eis der Marke Magnum Classic um 72 Prozent – heute kostet es im Einzelverkauf 2,20 Euro, 1999 wurden lediglich umgerechnet 0,92 Euro dafür fällig.

Methodik: Ausgewählt wurden beispielhaft 12 typische Verträge und Konsumgüter deutscher Haushalte. Die Preise wurden jeweils in den Jahren 1999 und 2019 betrachtet und mit der Entwicklung der Inflationsraten und Nettolöhne im gleichen Zeitraum verglichen. Der Leistungsumfang aller Produkte wurde möglichst homogen gewählt, war aber insbesondere durch die technische Weiterentwicklung nicht immer identisch abbildbar. Alle DM-Preise aus dem Jahr 1999 wurden umgerechnet in Euro-Preise. Die Auswertungen beziehen sich auf Verivox-Datenbanken. Weitere Quellen: ADAC, BDEW, Bundesbank, Deutsche Telekom, Destatis, GDV, GKV-Spitzenverband, Langnese, MWV, Oktoberfest.de, Statista.

Quelle: verivox (sw)

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